Weltreligion

Islam

Entstehung:

Der Islam ist eine monotheistische Religion, die im 7. Jahrhundert in Arabien durch die Offenbarungen des Propheten Muhammad entstand. Hier sind die grundlegenden Aspekte der Entstehung und Lehre des Islam:

 

Prophet Muhammad (570-632 n. Chr.):

  • Muhammad wurde um 570 in Mekka (heutiges Saudi-Arabien) geboren.
  • Im Alter von 40 Jahren erhielt er die ersten Offenbarungen des Korans, dem heiligen Buch des Islam, durch den Engel Gabriel.

 

Offenbarung des Korans:

  • Über einen Zeitraum von etwa 23 Jahren erhielt Muhammad die Offenbarungen, die später im Koran gesammelt wurden.
  • Der Koran gilt den Muslimen als das buchstäbliche Wort Gottes.

 

Hijra (Auswanderung nach Medina, 622 n. Chr.):

  • Aufgrund von Verfolgung in Mekka emigrierte Muhammad mit seinen Anhängern nach Medina, was als Hijra bekannt ist. Dies markiert den Beginn des islamischen Kalenders.

 

Einigung von Mekka (630 n. Chr.):

  • Nach Jahren der Konfrontation kehrte Muhammad mit seinen Anhängern siegreich nach Mekka zurück, wo viele Menschen dem Islam beitraten.

 

Tod von Muhammad (632 n. Chr.):

  • Muhammad verstarb im Jahr 632 in Medina. Seine Lehren und die Offenbarungen bildeten die Grundlage des Islam.

 

Lehre:

 

Der Koran:

  • Der Koran ist das zentrale religiöse Textwerk des Islam und enthält die Offenbarungen an Muhammad.
  • Er ist in 114 Kapitel (Sure) unterteilt, die wiederum in Verse (Ayat) aufgeteilt sind.

 

Die Fünf Säulen des Islam:

  • Schahada (Glaubensbekenntnis): Die Aussage, dass es keinen Gott ausser Allah gibt und Muhammad sein Gesandter ist.
  • Salat (Gebet): Das tägliche rituelle Gebet, das fünfmal am Tag durchgeführt wird.
  • Zakat (Almosen): Die Pflicht zur Spende an Bedürftige, um soziale Gerechtigkeit zu fördern.
  • Sawm (Fasten): Das Fasten im Monat Ramadan, um Selbstkontrolle und Mitgefühl zu entwickeln.
  • Haddsch (Pilgerfahrt): Die Pflicht, einmal im Leben nach Mekka zu pilgern, sofern die finanziellen Mittel vorhanden sind.

 

Hadith:

  • Neben dem Koran sind die Hadithe, Überlieferungen von Aussagen und Handlungen des Propheten Muhammad, eine wichtige Quelle für die islamische Lehre.

 

Sunni und Schiiten:

  • Die islamische Gemeinschaft spaltete sich in zwei Hauptgruppen, Sunniten und Schiiten, aufgrund unterschiedlicher Auffassungen darüber, wer die rechtmässige Führung der muslimischen Gemeinschaft nach dem Tod von Muhammad sein sollte.

 

Scharia:

  • Die Scharia ist das islamische Rechtssystem, das auf den Lehren des Korans und der Sunna basiert.

 

Die Bedeutung der Moral und Ethik:

  • Der Islam legt grossen Wert auf moralisches Verhalten, Ethik, Mitgefühl und soziale Gerechtigkeit.

 

Der Islam hat sich seit seiner Entstehung weiterentwickelt und ist heute eine der grössten Weltreligionen mit einer breiten Vielfalt von kulturellen, sozialen und rechtlichen Interpretationen. Es ist wichtig zu beachten, dass die muslimische Gemeinschaft weltweit unterschiedliche Ausprägungen und Praktiken des Islam aufweist.

 

Wichtige Zitate des Islam

 

  • "Allah ist der Beste der Planer." - Quran 8:30
  • "Gewiss, Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bis sie das   ändern, was in ihnen ist." - Quran 13:11
  • "Gewiss, mit der Schwierigkeit kommt die Erleichterung." - Quran 94:5
  • "Allah liebt diejenigen, die geduldig sind." - Quran 3:146
  • "Gewiss, Allah ist mit den Geduldigen." - Quran 2:153
  • "Sprich Gutes oder schweige." - Hadith
  • "Die besten unter euch sind diejenigen, die am besten zu ihren Familien   sind." - Hadith
  • "Die Barmherzigkeit Allahs ist weiter als der Horizont und Seine Gnade   ist größer als die Sünden der Diener." - Hadith
  • "Diejenigen, die anderen Gutes tun, sind diejenigen, die am meisten   geliebt werden von Allah." - Hadith
  • "Diejenigen, die Wissen suchen, sind auf dem Weg zu Allah." - Hadith

 

Islam - Pro & Contra

Der Islam ist weder per se heilsam noch per se gefährlich — entscheidend sind Auslegung, Macht-strukturen und psychologische Dynamiken.

Wann ist der Islam gesund?

Gesunder Islam fördert Menschlichkeit, innere Reifung und soziale Verantwortung. Typische Merk-male:

1. Psychologisch gesund

  • Glaube stärkt Selbstwert statt Schuldgefühle

  • Raum für Fragen, Zweifel und individuelle Gewissensentscheidungen

  • Keine Angstpädagogik (Hölle, Strafe, Dämonen)

  • Religion als Ressource, nicht als Kontrollinstrument

2. Spirituell reif

  • Fokus auf Barmherzigkeit (Rahma), Gerechtigkeit und innerer Läuterung

  • Betonung der persönlichen Gottesbeziehung

  • Mystische Traditionen (z. B. Sufismus) fördern Selbstreflexion statt Dogmatismus

  • Integration von Vernunft und Spiritualität

3. Gemeinschaftlich gesund

  • Offene, dialogfähige Moscheegemeinden

  • Keine Kontrolle über Privatleben, Beziehungen oder Kleidung

  • Transparente Strukturen statt charismatischer Autorität

  • Respekt vor Wissenschaft, Medizin und gesellschaftlichen Normen

4. Ethisch integer

  • Ablehnung von Gewalt, Zwang und Diskriminierung

  • Klare Grenzen zwischen religiöser Leitung und persönlicher Autonomie

  • Keine politischen Machtansprüche im Namen Gottes

  • Gleichwürdigkeit aller Menschen

 

Wann wird der Islam gefährlich?

Gefährlich wird der Islam — wie jede Religion — durch Machtmissbrauch, Ideologisierung und psychologische Manipulation.

 

1. Spiritueller oder religiöser Missbrauch

  • Angst vor Hölle, Sünde oder göttlicher Strafe als Druckmittel

  • „Gehorsam“ gegenüber religiösen Autoritäten wichtiger als Gewissen

  • Dämonisierung von Kritik oder Andersdenkenden

  • Versprechen von Wundern, Heilung oder „spiritueller Überlegenheit“

2. Psychologische Abhängigkeit

  • „Wir haben die einzige Wahrheit“

  • Isolation von Familie, Freunden oder Gesellschaft

  • Übermässige Scham- und Schuldgefühle

  • Verlust der eigenen Entscheidungsfähigkeit

3. Autoritäre oder fundamentalistische Auslegung

  • Wörtliche Interpretation ohne historischen Kontext

  • Ablehnung von Wissenschaft, Pluralismus oder Menschenrechten

  • Strikte Geschlechterrollen, Kontrolle von Sexualität und Kleidung

  • Politische Radikalisierung im Namen des Glaubens

4. Politischer Islamismus

  • Vermischung von Religion und staatlicher Macht

  • Legitimation von Gewalt oder Unterdrückung durch religiöse Argumente

  • Einschränkung von Meinungsfreiheit, Frauenrechten oder Minderheitenrechten

  • Ideologie statt Spiritualität

 

Woran erkennst du persönlich, ob dein Kontakt mit Islam gesund ist?

Eine einfache Leitfrage:

Macht dich der Glaube freier, friedlicher, verantwortlicher — oder ängstlicher, enger, abhängiger?

- Gesunder Islam erweitert.
- Ungesunder Islam verengt.

 

Pro & Contra - eine kompakte Übersicht

Pro (Gesund) Contra (Ungesund)
Fördert Mitgefühl, Gerechtigkeit, Gemeinschaft Fördert Angst, Schuld und Abhängigkeit
Raum für persönliche Gottesbeziehung Kontrolle über Verhalten, Kleidung, Beziehungen
Dialogisch, offen, pluralistisch Fundamentalistsich, autoritär, dogmatisch
Respektiert Wissenschaft und Menschenrechte Politische Radikalisierung, Ideologisierung
Spirituelle Entwicklung Spiritueller missbrauch